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Die Schweizer Wirtschaft schaltet sich aktiv in die Kampagne gegen die Anti-Minarett-Initiative ein, über die am 29. November abgestimmt wird. Sie warnt vor einem Image-Schaden, der bei einer allfälligen Annahme der Exportindustrie schaden würde.
Die Initiative sei "anti-liberal und unschweizerisch", sagte economiesuisse-Präsident Gerold Bührer vor den Medien in Bern. Sie sei zwar kein Kernthema der Wirtschaft, doch treffe sie den Standort Schweiz: Auf dem Spiel stehe der ausgezeichnete Ruf eines liberalen, offenen und toleranten Landes.
Die Initiative sei völlig überflüssig, sagte Bührer. Die Schweiz verfüge über ein gut funktionierendes Bau- und Raumplanungsrecht mit sehr strengen Vorschriften. Die Anti-Minarett-Initiative verletze nicht nur zentrale freiheitliche Werte wie die Glaubens- und Religionsfreiheit. Ein Verbot von Minaretten füge auch dem Wirtschaftsstandort Schweiz Schaden zu, sagte Bührer. Die Schweiz exportiere Waren im Wert von fast 15 Milliarden Franken in muslimische Länder. Das seien 7 Prozent der Exporte.
Die Initiative sende ein völlig falsches Signal an die muslimische Welt, einer treuen Kundschaft der Schweizer Wirtschaft, sagte Arbeitgeberverbands-Präsident Rudolf Stämpfli.
Für den Tourismusstandort Schweiz sei die Reputation von entscheidender Bedeutung. Ein Minarettverbot würde aber das Ansehen der Schweiz als Gastland nachhaltig schädigen, vor allem in den Golfstaaten, die zu den wichtigsten Wachstumsmärkten des Schweizer Tourismus zählten, sagte hotelleriesuisse-Präsident Guglielmo Brentel.
Auch die Maschinenindustrie befürchtet ein negatives Signal. Allein im letzten Jahr führte die schweizerische Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie in die 57 Länder der Islamischen Konferenz Waren im Wert von über 5 Milliarden Franken, sagte Christoph Lindenmeyer vom Branchenverband SWISSMEM.
Hanspeter Rentsch sagte namens der Uhrenindustrie, Engstirnigkeit und Fremdenfeindlichkeit schadeten nur der sorgfältig aufgebauten Marke Schweiz.
2009-11-02 11:57:37 [Quelle: SDA] |